Somatic Experiencing® -
Rhythmus als Lebensspur


Eine Einführung

 

Die ganze Welt, wie auch unser Leben wird von Rhythmen getragen: Die Jahres­zeiten, Tag und Nacht, der Atem, der Herzschlag. All diesen ist der Wechsel von Aktivität und Ruhe als nährendes Grundprinzip zu Eigen.

Auch unser Nervensystem – mit seinen Zweigen Sympathikus und Parasympathi­kus – schwingt in gesundem Zustand gelassen zwischen diesen Polen hin und her.

 

Nun begegnen uns im Leben Ereignisse, die diesen gleichmäßig fließenden Strom aus dem Lot bringen können. Hierbei kann es sich gleichermaßen um schockartige Erlebnisse wie einen Sturz, einen Unfall, Operationen, zahnmedizi­nische Eingriffe, Kriegserlebnisse, Gewalterfahrungen, (vor-)geburtli­che Trau­mata handeln wie auch um län­ger anhal­tende Erfahrungen wie mangelnde Zuwendung von Bezugspersonen, Vernachlässigung, ‚Sich-nicht-gesehen-Fühlen‘, Misshandlung.

 

Grundsätzlich betrachtet stellt unser System als Reaktion auf solche überwälti­genden Reize große Mengen Energie zum Kampf oder zur Flucht zur Verfügung. In unserem Alltag ist es oft nicht mög­lich, diesen Energiefluss zu Ende zu füh­ren – er kann ‚stecken bleiben‘. In der Folge können, auch nach längerer Zeit, verschiedenste körperliche wie seelische Symptome auf die Notlage im Nerven­system aufmerksam machen.

Es kann erleichtern zu wissen, dass es sich dabei nicht um ‚Krankheiten‘ handeln muss; vielmehr kann die Ursache eine im Grunde gesunde Reakti­on sein, die nicht vollendet werden konnte.

 

Im Somatic Experiencing® geht es darum, diesen Prozessen zu ihrem natürlichen Abschluss zu verhelfen.
Zentral ist dabei, den Klienten wieder zum ‚Ich kann!‘ zu ermächtigen, ihn zurück auf die Handlungsebene zu führen – denn oft haben die vergangenen Ereignisse zur Erstarrung geführt, einem Gefühl des ‚Ich kann nicht.‘

 

Um ‚das Gefrorene wieder aufzutauen‘ arbeiten wir mit dem ‚Spiegelbild‘ des Erlebten, den Ausprägungen in Symptomen, Wahrnehmungen, Bildern, Gedanken, Gefüh­len, die im Hier und Heute auftauchen. Retraumatisie­rung durch erneute Begegnung mit der Überwälti­gung wird damit vermieden.

Wir begegnen der Energie im Pendeln zwischen dem, was festsitzt und bewusst erlebten Ressourcen - dem, was uns stark macht und Halt gibt. So laden wir das Nervensystem wieder in sein naturgegebenes, gleichmä­ßiges Schwingen ein. Schicht für Schicht lösen wir energetische Krus­ten auf, bis der Pro­zess, der als überlebenswichtige Reaktion begonnen hat, seinen organi­schen Abschluss gefunden hat.

 

So führt uns der Rhythmus wieder auf die Lebensspur.



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© Rainer Lanz 2018

 

Buchtipp
Peter A. Levine: Trauma-Heilung - Das Erwachen des Tigers Synthesis 1998